
Viele Menschen träumen vom eigenen Haus oder einer eigenen Wohnung. Bei der Planung können persönliche Wünsche einfließen - Ihre Träume werden Realität. Die Vorstellung, dass ein technischer Defekt das Wohneigentum durch einen Brand zerstört, ist ein Albtraum. Leider trifft dieses Schicksal jedes Jahr viele Menschen.
Ohne Elektrizität ist unser Alltag heute schwer vorstellbar. Sie wurde seit 1880 in Deutschland flächendeckend eingeführt und beeinflusst maßgebend unser Leben mit. Leider birgt diese Elektrizität auch ein nicht zu unterschätzendes Brandrisiko. Im Rahmen der Industriealisierung wurde jedoch auch der Brandschutz kontinuierlich verbessert. Die ersten Rauchmelder gibt es seit den 1960er Jahren und Rauchmelder sind heute gesetzlich vorgeschrieben.
Nachfolgend werden Ihnen Möglichkeiten vorgestellt, was Sie bei der Hausplanung überdenken sollten, um Brandrisiken zu reduzieren und eine Brandalarmierung zu optimieren.
Besser verhüten, als vergüten.
Im Laufe Ihres Lebens werden Sie viele Elektrogeräte mit Netzstecker kaufen und benutzen. Einige werden Sie ersetzen, weil die bisherigen Geräte einen Defekt hatten oder aus anderen Gründen neue Elektrogeräte erforderlich wurden. Diese Geräte haben eine kurze Nutzungszeit in Ihrem Leben. Anders ist es mit Ihrer Elektrohausinstallation. Vom elektrischen Hausanschluss, über den Zähler- und Stromverteilerschrank bis zur Steckdose werden selten grundlegende Veränderungen nach dem Einzug von den Eigentümern veranlasst. Die nachfolgenden Informationen betreffen die elektrische Haus- oder Wohnungsinstallation. Die Umsetzung bei der Gebäudeerstellung ist oft einfacher und kostengünstiger als nach dem Einzug.

Um das Brandrisiko durch die Elektrizität zu senken, müssen alle elektrischen Komponenten auf dem Weg von dem Anschlusskabel, das das komplette Haus oder die komplette Wohnung mit Strom versorgt bis letztlich zur Lampe, dem Toaster, dem Wasserkocher, dem PC, ... berücksichtigt werden. Dies bedeutet, die perfekt durchdachte elektrische Haus- oder Wohnungsinstallation zur Brandvermeidung ist wirkungslos, wenn Sie qualitativ minderwertige, brandgefährliche Produkte in die Steckdose stecken. Hinweise zu Brandgefahren u.a. durch die Benutzung von Elektrogeräten finden Sie in der Checkliste.
Verwenden Sie im Haus verschiedene Stromkreise, um damit Elektrogeräte, die nicht verwendet werden, richtig auszuschalten.
Was bedeutet richtig ausschalten? In der Vergangenheit hatten Elektrogeräte galvanisch trennende Netzschalter. Das bedeutet, der Stromkreis wurde an dafür vorgesehenen Metallflächen mechanisch geöffnet.

Schalter mit mechanisch trennenden Kontakten ( unten im Bild sind die Kontakte getrennt, oben im Bild sind sie geschlossen)
Dieses ist heute bei vielen Geräten nicht mehr üblich. Die Ein- und Ausschaltfunktion wird von elektronisch schaltenden Bauteilen übernommen. Es fließt immer noch ein geringer Strom, der erforderlich ist, um diese Geräte ein- und auszuschalten. Hierzu muss die geräteinterne Elektronik mit Energie versorgt werden. Dieser geringe Stromfluss ist nicht kostenlos für Sie. Weitaus interessanter, im Sinne des vorbeugenden Brandschutzes ist jedoch, dass jedes elektrische Gerät, das nicht mit mechanisch trennenden Kontakten vom Stromnetz getrennt ist, durch Fehlfunktionen einen Brand auslösen kann. Das ganze Haus oder die Wohnung beim Verlassen durch Trennen der Hauptsicherungen abzuschalten, um einem Brand während der Abwesenheit vorzubeugen, ist nicht realistisch. Einige Geräte erfordern immer Strom. Hierzu zählen u.a. Kühl- und Tiefkühlgeräte, Heizungen, Überwachungskameras, elektrische Garagentorantriebe,... .
Alle anderen elektrischen Geräte könnten bei entsprechender Installationsplanung über Schalter in den Eingangsbereichen bei Abwesenheit von Personen ausgeschaltet werden. Das Laden von Akkus, im Besonderen Lithium-Ionen-Akkus, sollte auch nicht in Abwesenheit erfolgen.
Damit geräteabhängig in den verschiedenen Räumen Dauerstrom oder Strom nur bei Personenanwesenheit zur Verfügung steht, müssen z.B. Steckdosen für beide Möglichkeiten in den Räumen zur Verfügung stehen.
Energieintensive Elektrogeräte direkt versorgen
Elektrogeräte mit hoher Leistungsaufnahme sollten über eine eigene Steckdose direkt vom Verteilerschrank mit Strom versorgt werden. Hierdurch gibt es keine weiteren Verbraucher, die bei ungünstiger, zeitgleicher Einschaltung kurzfristig die Leitung überlasten. Der Leitungsschutzschalter, der umgangssprachlich auch als Automat oder Sicherung bezeichnet wird, schaltet bei Überschreitung seines Nennstromes nicht zwingend sofort den Strom ab. Es hängt von der Größe der Nennstromüberschreitung ab - je höher diese ist, desto schneller schaltet der Leitungsschutzschalter ab. Die direkte Verbindung ohne andere Steckdosen zum Verteilerschrank hat zusätzlich den Vorteil, dass keine Unterbrechungen mit Kontaktstellen, die durch Oxydation,... Übergangswiderstände bilden können, erforderlich sind. Diese Übergangswiderstände führen zu einer Erwärmungen und im ungünstigsten Fall zu einem Brand.
Der Herd - eine potentielle Brandgefahr
Der Herd zählt bei der Brandstatistik neben der weißen Ware (Kühl- und Gefriergeräte, Trockner, Waschmaschine, Geschirrspüler) zu den Hauptauslösern von Bränden. Unbeabsichtigtes Einschalten, vergessenes Ausschalten und Überhitzungen während der Benutzung, sind immer wieder brandauslösend. Durch Wasserdampf und Kochschwaden kommt es leicht zu Fehlalarmen bei Rauchmeldern in der Küche. Hitzemelder lösen bei Temperaturanstieg aus, diese Alarmierung ist jedoch im Vergleich zu Rauchmeldern oft zeitlich verzögert.
Eine gute Brandschutz-Alternative in der Küche ist der Herdwächter.
Detaillierte Informationen finden Sie durch Mausklick auf das nachfolgende Foto:
Kühl- und Gefriergeräte laufen auch während der Personenabwesenheit in Haus und Wohnung. Die Verwendung eines Motorschutzschalters beim Anschluss dieser Elektrogeräte reduziert ebenfalls die Brandgefahr durch erhöhte Stromaufnahme im Fehlerfall. Dies ist im Beitrag
Kühlgeräte - Top 1 der elektrischen Brandstifter - Motorschutzschalter können Brände verhindern
erklärt.
Warmwasserbereitstellung für Brandschutz und Geldbörse optimieren

Zirkulationsleitungen bei der Warmwasserversorgung in Wohnungen sind heute üblich. Diese Leitungen sorgen dafür, dass nach dem Öffnen des Heißwasserhahns am Waschbecken, der Dusche oder an der Badewanne heißes Wasser unmittelbar zur Verfügung steht. Die Distanz zwischen der Heißwassererzeugung und dem geöffneten Wasserhahn wird durch ein Kreislaufsystem mit heißem Wasser versorgt. Dieses Wasser zirkuliert in einem Kreislauf und erst bei der Wasserentnahme muss für dieses Wasser gezahlt werden. Der Strombedarf der Zirkulationspumpe ist überschaubar, aber die Wärmeverluste der Zirkulationsleitung werden mit ca. 10W/Meter installiertes Rohr berechnet. Bei einer Entfernung zwischen Heißwassererzeugung und Wasserhahn von 10m sind dies:
(10m Hinweg + 10m Rückweg ) x 10W/m = 200W
Bei einem Dauerbetrieb sind dies 4800W pro Tag und 1752 kW im Jahr
Bei 0,4€ pro kW ergibt dies Kosten von 700,8€ im Jahr.
Abhilfe kann je ein Taster in Küche und Bäder schaffen, der ein Zeitrelais ansteuert. Das Zeitrelais schaltet die Warmwasser-Zirkulationspumpe ein. Sie läuft dadurch für wenige Minuten und das heiße Wasser steht nach geringer Wartezeit zur Verfügung. Diese kann eingeplant und sinnvoll überbrückt werden.
Die Zirkulationspumpe muss durch die geringere Einschaltzeit erst zu einem späteren Zeitpunkt erneuert werden und ist während der Pausenzeiten kein Brandrisiko.
Wo soll Ihr Solar-Energiespeicher stehen?

Lithium-Ionen-Solar-Batteriespeicher sind durch ein Batteriemanagementsystem geschützt. Brände durch diese Speicher sind selten. Wenn es jedoch zu Bränden mit und durch diese Akkus kommt, ist das Löschen immer wieder material- und zeitaufwendig. Bei der Installation der Solar-Batterie kann ein Platz in der Garage neben dem Haus sinnvoller für den Brandschutz sein. Sollte eine Fehlfunktion zum Brand im Akku führen, ist der Akku außerhalb des Hauses. Im Brandfall ist er einfacher für die Feuerwehr zugänglich als im Keller oder auf dem Dachboden.
Bestmögliche Alarmierung im Notfall
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In der Wohnung und in einem Haus gibt es keine Nische, in der unbemerkt ein Feuer entstehen und zu einem Brand werden darf. Eine frühzeitige Erkennung und Alarmierung rettet Leben und erhält Sachwerte. Ein Entstehungsbrand ist mit Glück noch mit einem Glas Wasser oder einem vor Ort verfügbaren Feuerlöscher zu löschen. Wenige Augenblicke später könnten aber bereits Atemschutz und Feuerwehrausrüstung erforderlich sein. Vor diesem Hintergrund ist eine flächendeckende Überwachung des Wohnraumes wichtig. Auch Räume in denen Sie sich seltener aufhalten, sollten durch Sensoren überwacht werden und Sie bei unplanmäßigen Vorkommnissen durch Alarmmeldungen warnen. Dies kann Rauch sein, der durch einen Brand entsteht oder auch ein Gasaustritt vom Hausgasanschluss. Die Entstehung von Kohlenmonoxid in Kombination mit einer Feuerstelle oder Lagerstelle für Heizungsbrennmaterial ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Dieses Gas ist geruchlos und tötlich. Zusätzlich ist eine Leckageerkennung sinnvoll, damit Wasserschäden schnell erkannt und abgestellt werden können.
Die erforderlichen Sensoren könnten über Funk und mit diversen Smart-Home-Lösungen realisiert werden. Die Technik stößt jedoch mit verwendeten Stahlarmierungen bei der Bauausführung und über verschiedene Bauwerketagen, sowie Garagen und Nebengebäuden schnell an ihre Grenzen. Wenn bereits bei der Bauplanung Leitungen zum Verbinden der Sensoren mit berücksichtigt werden, ist ein Alarmierungssystem im Anschluss problemloser realisierbar.
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