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Be- und Entlüftungsanlage sind beim Hausbau heute oft ein Standard zur Heizungsenergiereduzierung. Sie sorgen für einen Luftaustausch ohne großen Temperaturverlust im Winter und schaffen gleichzeitig ein gutes Raumklima (Feuchtigkeit, Sauerstoff, ..). Beinhalten die Gehäuse der Lüftungsanlage ebenfalls die Elektronik für die Anlage, ohne dichte Abschottung zu den Luftströmungsbereichen , so kann dieses im Fehlerfall zu einer Kontamination des gesamten Gebäudes durch die ausgetretenden chemische Stoffe aus den Platinen und Elektronikbauteilen führen.

Bei der abgebildeten Anlage (es handelt sich um ein Markenprodukt eines deutschen Herstellers) befand sich die Platine des Schaltnetzteiles im linken Bereich des Gehäuses neben dem Wärmetauscher.

Durch einen technischen Defekt schmorten Elektronikbauteile und die Platine und setzten chemische Stoffe frei, die durch die Ventilatoren in der Anlage, über die Lüftungskanäle im Haus verteilt wurden. Die Bewohner stellten dieses durch einen stechenden Geruch in der Luft fest und schalteten die Anlage ab. Erst wurde ein Brand im Außenbereich in der Nachbarschaft vermutet. Eine Blick nach draußen zeigte keine Geruchsquelle und auch das Öffnen der Fenster ergab keine Ursache für den Geruch.

Eine Überprüfung der Lüftungsanlage zeigte die Ursache für den stechenden Geruch in der Raumluft. Beim Öffnen des Gehäuses ( dies war 10 Minuten nach dem Abschalten des Gerätes ) traten noch Rauchschwaden aus dem linken Bereich des Gehäuses aus. Hier war die Elektronik eingebaut. Es befand sich die Original-Schmelzsicherung des Herstellers auf der Platine. Sie hatte den Stromkreis nicht unterbrochen, denn der zulässige Gerätestrom wurde durch den aufgetretenen Fehler (noch) nicht überschritten. Wie lange die Anlage mit dem aufgetretenen Fehler noch weiter kontaminierte Luft in das Haus befördert hätte ist nicht bekannt.

 

Besonders gefährlich:

 

Durch den hohen Luftanteil wurde der auf der Platine entstehende Rauch stark mit Frischluft angereichert, sodass die in den Wohnräumen installerten Rauchmelder keinen Alarm meldeten. Sie benötigen eine "Lufteintrübung", denn die Standard-Rauchmelder arbeiten optisch. Rauch verringert die Lichtausbreitung in der Meßkammer dieser Geräte, er benötigt aber eine Mindeskonzentration zur Alarmauslösung.

 

Im Bild des opto-elektronischen Rauchmelders ist die schwarze Rauchmesskammer sichtbar.

Im Schlaf ist der Geruchssinn des Menschen stark reduziert, dadurch sterben viele Menschen durch Brandrauchgase, wenn keine Rauchmelder zum Einsatz kommen. In diesem Fall hätten sie ggf. nicht ausgelöst, denn die giftigen Gase wurden stark verdünnt.

Wäre die Elektronik außerhalb der luftführenden Anlage verbaut gewesen, so dass Rauchgase in den umgebenden Raum ausströmen können,

  • hätte der dort installierte Rauchmelder Alarm auslösen können
  • wären die Schadstoffe nicht im Haus gleichmäßig verteilt worden.
  • Wie die Hitzeeinwirkungseigenschaft und Entflammbarkeit der verwendeten Dämmung und Trennwände beim Lüftungsgerät mit schmorenden Elektronikkomponenten wirkt ist aktuell nicht bekannt. 

Die Motoren können ggf. nicht außerhalb der Luftführung installiert werden. Eine integrierte Temperaturüberwachung würde im Störungsfall jedoch eine Überhitzung oder einen Brand verhindern.

Wie viele ähnlich aufgebaute Lüftungsanlagen im Handel erhältlich oder in Häusern installiert sind bedarf einer Prüfung.